Heimatliebe: Köln

Hallo zusammen,

oft wird sowas gesagt wie „Heimat ist kein Ort, sondern eine Person“ oder „Mit den richtigen Menschen bin ich überall zuhause“. Ich persönlich finde aber, das trifft nicht immer zu. Heimat kann meiner Meinung nach durchaus einfach nur ein Ort sein. Ich denke auch, dass man an mehreren Orten zuhause sein kann. Und klar, natürlich spielt es eine Rolle, mit wem man sich umgibt, mit wem man wo lebt und mit wem man reist. Die Menschen um uns herum geben dem Ganzen sicherlich noch mehr das Gefühl von ‚Zuhause‘. Aber ich finde, es gibt immer wieder Orte, an denen man sich einfach nicht wohl fühlt. Und daran können manchmal selbst die tollsten und nettesten Menschen nichts ändern.

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Meine Heimat ist das Rheinland. Vielleicht nicht für immer, vielleicht aber schon. Vielleicht habe ich auch eine zweite oder dritte Heimat, andere Orte, an denen ich mich wohl fühle – Frankreich zum Beispiel, wo ich selbst einige Jahre gelebt habe, oder die Nordsee, wo der Rest meiner Familie zuhause ist. Aber für mich kommt nichts dem Gefühl gleich, nach einiger Zeit nach Hause zu kommen. Über die Autobahn zu fahren und schon aus kilometerweiter Entfernung die Domspitzen zu sehen.
Auch wenn ich nicht direkt in Köln lebe, sondern in einer Kleinstadt unweit davon entfernt, so bin ich doch oft genug dort, um sagen zu können, dass ich diese Stadt wirklich in mein Herz geschlossen habe. Köln ist einfach super – und deswegen folgt jetzt eine kleine Liebeserklärung an diese wunderschöne Stadt.

Okay, der Touri-Kram zuerst: unser Dom, das Markenzeichen. Ich finde ihn einfach wunderschön, auch wenn ich ihn vermutlich noch nie ohne Baugerüst gesehen habe. Die ganze architektonische Struktur von Köln wird durch den Dom um das Zehnfache aufgewertet, finde ich. Er macht diese Stadt einfach aus, er gibt ihr einen Mittelpunkt, ein besonderes Panorama und macht auch auf Fotos einiges her. Köln ohne den Dom wäre irgendwie nicht Köln. Kaum kommt man heraus aus dem Hauptbahnhof, ist man direkt angekommen im Herzen der Stadt.

In Köln findet man irgendwie überall Liebe. Egal, ob man auf der Hohenzollernbrücke entlang geht und vor lauter bunten Schlössern keinen einzigen Fleck bloßes Gitter mehr finden kann oder ob man an jeder Ecke Werbetafeln mit dem Slogan „Liebe deine Stadt“ entdeckt. Ich habe immer den Eindruck, dass das harmonische Miteinander im Vordergrund steht. Eine Gruppe von Menschen, die Kölner, die durch ihre Heimatstadt irgendwie verbunden ist. Die meisten begegnen sich mit wahnsinnig viel Toleranz und Offenheit. Natürlich ist nicht alles schön, was hier zwischen Menschen passiert. Aber vieles.

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Ich bin eigentlich gar kein Biertrinker. Ich mag nur Kölsch. Andere sagen, es schmeckt wie Wasser, die Kölner finden es super und sind wahnsinnig stolz auf ihr Bier. Jedes Kölsch hat sein eigenes Brauhaus, jedes Büdchen in Köln hat einen riesigen Kühlschrank voll mit zig verschiedenen Kölsch-Sorten. Am schönsten ist es, in eine kleine Kneipe zu gehen und zu entdecken, dass sogar hier das Kölsch selbst gebraut wird.

Was ich außerdem liebe an den Menschen hier: sie sind laut, sie sind offen, sie sagen genau das, was ihnen gerade in den Kopf kommt. In Köln ist man nicht hochnäsig, man ist sich nicht zu fein dafür, Spaß zu haben. Die Kölner haben Spaß, und zwar gefühlt rund um die Uhr zu jeder Tages- und Nachtzeit. Sie sind überall mit vollem Herzen dabei und nutzen jede Gelegenheit für eine kleine oder doch eher große Party. Ich sage nur: der FC ist nächste Saison in Europa dabei – die Stadt stand Kopf 🙂
Passend dazu darf natürlich auch der Karneval nicht unter den Tisch gekehrt werden. Einmal im Jahr geht alles drunter und drüber und nichts ist mehr, wie es war. Wir haben unsere Musik, unsere Kostüme, unsere Kneipen und sind glücklich. Auch wenn natürlich oft übertrieben wird und der Karneval teilweise auch einfach anstrengend ist, gehört er doch zur Kultur dieser Stadt dazu. Manchmal muss man sich darauf einlassen, um sich damit anfreunden zu können.

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Auch wenn die Stadt recht groß ist, liegt doch alles ziemlich nach beisammen. Shoppingmöglichkeiten, Restaurants, öffentliche Verkehrsmittel. Alles lässt sich schnell und einfach erreichen, ohne dass man lange suchen muss.
Ganz viele verschiedene Orte mit unterschiedlichen Menschen und unterschiedlichem Flair liegen nur ein paar Meter voneinander entfernt. Jede Ecke ist ein bisschen anders. Studenten, Geschäftsleute, Familien, junge Kreative – jeder findet irgendwie „seinen“ Platz.

Köln ist nicht perfekt. Viele Häuser sind nicht außerordentlich schön, Wohnungen sind teuer, der Verkehr ist chaotisch. Aber gerade diese Unvollkommenheit macht die Stadt irgendwie charmant und wahnsinnig liebenswert.

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Wo kommt ihr her? Wo seid ihr ‚zuhause‘? Das würde mich mal interessieren ❤

Habt noch einen schönen Tag!
Lena

PS: Die tollen Fotos stammen übrigens alle von einem fantastischen Shooting mit dem lieben Ben. Vielen vielen Dank für den tollen Abend und die fabelhaften Bilder, es hat wirklich sehr viel Spaß gemacht! 🙂


3 Gedanken zu “Heimatliebe: Köln

  1. Ich kann absolut nachvollziehen. was du über deine Heimat sagst. Ich bin selbst in Bad Honnef zur Schule gegangen und kann das von dir beschriebene Heimatsgefühl nur bestätigen. Das Rheinland ist einfach was besonderes, dessen Stimmung und Interaktion mit anderen Menschen nirgendswo zu finden ist. Meiner Meinung nach haben andere Großstädte wie Berlin auch etwas, aber am wohlsten fühle ich mich glaube ich außerhalb der Städte, so lange man noch einen nahen Bezug zu ihnen hat 🙂

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