Warum wir es nicht immer jedem recht machen müssen

Hallo ihr Lieben,

heute wird es hier nochmal etwas tiefsinniger – es geht um ein Thema, das mir selbst sehr am Herzen liegt. Wenn ich vor einigen Jahren etwas genauer und reflektierter darüber nachgedacht hätte, hätte ich mir vermutlich einige „Probleme“ ersparen können.

Auch heute habe ich oft noch damit zu kämpfen und weiß auch aus meinem Umfeld, dass viele meiner Freunde und Bekannten dieses Problem haben: das Bedürfnis, den Druck, es immer jedem recht machen zu müssen.

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Ich erlebe oft, dass meine Generation heutzutage regelmäßig ziemlich unter Druck steht. Studium hier, Nebenjob da, Freunde und Familie müssen auch noch untergebracht werden, vielleicht hat man Haustiere, ein Auto oder eine Wohnung zu versorgen und in den Urlaub will man ja irgendwann auch noch. Alles hat den gleichen Stellenwert und meistens weiß man gar nicht, wo man anfangen soll. Man könnte ja die Professoren an der Uni enttäuschen, den Chef, die Freunde, die Familie… – also besser nichts hinten anstellen, sondern versuchen, alles gleichzeitig abzuarbeiten.

Ich persönlich habe zum Beispiel oft ein schlechtes Gewissen, weil ich es zurzeit zeitlich einfach nicht schaffe, feste Uploadtage für den Blog einzurichten. Ich würde gerne, aber gleichzeitig weiß ich, dass das momentan einfach nicht möglich ist. Mein Tagesablauf ist gerade nicht sonderlich geregelt, ich bin mal hier, mal da, hab wahnsinnig viel für die Uni zu tun und versuche zwischendurch auch mal ein bisschen Freizeit ohne Handy und Laptop einzuschieben. Manchmal frage ich mich dann, ob ich die Leute nicht enttäusche. Ich hab mir das selber aufgebürdet, also muss ich es auch regelmäßig durchziehen, oder? – Nein, muss ich nicht. Ich kann nicht auf zwei Hochzeiten gleichzeitig tanzen. Auch wenn ich nicht immer völlig zufrieden mit meiner Zeitplanung bin, sage ich mir doch jedes Mal, dass ich irgendwie Prioritäten setzen muss. Vielleicht habe ich an einem Tag viel Zeit und kann drei Blogposts auf einmal schreiben, vielleicht habe ich aber auch mal zwei Wochen lang keine freie Minute und schaffe es nicht, auch nur ein einziges Wort zu veröffentlichen. Es ist ja immer noch MEIN Blog und nicht der der anderen.

Und ich denke, das sollte sich jeder hin und wieder bewusst machen. Es ist dein Leben, nicht das der anderen. Und in deinem Leben, wer sollte sich da wohl fühlen? Du oder die anderen? 🙂

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Am Ende ist es doch am wichtigsten, dass man das tut, womit man sich gut fühlt. Ich habe mir langsam – nachdem ich einige Jahre lang vergebens versucht habe, alles unter einen Hut zu kriegen – eingestanden, dass ich keine Lust habe, jeden Freitag auf eine Party zu gehen. Ich habe auch keine Lust, immer nur Salat zu essen und ich habe auch keine Lust, Freundschaften zu erzwingen, mit Leuten, die einfach keine Freundschaft wollen. Ich habe vielleicht mal Lust, zweimal am Tag Sport zu machen und dann vielleicht mal ein paar Tage lang gar nicht. Und vor wem sollte ich mich dafür rechtfertigen müssen? Vor niemandem. Vielleicht komme ich mal früher, mal später heim, vielleicht lasse ich mein Handy mal für zwei Tage liegen, vielleicht nehme ich mir einfach mal mein Auto und fahre ein bisschen durch die Gegend, so lange ich will.
Das bedeutet nicht, unzuverlässig und sprunghaft zu sein. Ich finde es durchaus wichtig, dass man sich gewissenhaft und verantwortungsbewusst verhält. Dass man seine Pflichten auch wahrnimmt.

ABER: Man sollte differenzieren können zwischen dem, was man tun muss und dem, was man tun kann. Den Pflichten, nach deren Erfüllung man sich besser fühlt und denen, die einem einfach nur Bauchschmerzen bereiten.

Ich habe mich mittlerweile von dem Gedanken befreit, dass jeder immer sofort böse ist, wenn ich mal absage, schlecht drauf bin oder etwas vergesse. Ich glaube, ich habe mittlerweile einfach das richtige Umfeld für mich gefunden. Ich fühle mich wohl mit meinen Freunden, meiner Familie und meinem Studium. Dass man Autoritätspersonen wie den Chef oder den Dozenten nicht am laufenden Band enttäuschen sollte, ist klar – falls es aber ein- oder zweimal passiert, ist das auch kein Weltuntergang.

Es fällt – finde ich – oft schwer, manche Dinge einfach mal für eine Zeit komplett loszulassen. Aber wenn man es doch mal tut, fühlt man sich irgendwie besser. Es tut gut und befreit. Also warum nicht einfach mal ein Treffen im Kino absagen, wenn ihr keine Lust auf den Film habt? Warum nicht mal Pommes bestellen, wenn alle anderen am Salatblatt knabbern? Warum nicht mal dem Freund die Meinung sagen, den Eltern oder dem Lehrer? Harmonie ist wichtig – aber immer nach der Pfeife der anderen zu tanzen, macht auf Dauer unzufrieden und ist für eine harmonische Beziehung auch nicht gerade förderlich.

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Wie gesagt – ich rufe mir das selbst regelmäßig ins Gedächtnis, weil es manchmal einfach wirklich, wirklich schwer fällt. Aber ich habe eben auch umso öfter festgestellt, dass ich mich besser, befreiter und glücklicher fühle, wenn ich hin und wieder mal auf das höre, was ich wirklich will, und nicht auf das, was ich vorgebe zu wollen.

In diesem Sinne wünsche ich euch noch einen wunderschönen Tag!

Macht es gut!


2 Gedanken zu “Warum wir es nicht immer jedem recht machen müssen

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