Offline is the new luxury.

Life is what happens when you go offline.

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Hi ihr Lieben,

etwa zwei Monate ist es her, dass ich meinen letzten Blogpost veröffentlicht habe. Und in diesen zwei Monaten habe ich meinen WordPress-Account gänzlich unangetastet gelassen. Jetzt, wo ich hier sitze und diese Worte tippe, fühlt es sich so komisch und ungewohnt an, dass ich es fast ein bisschen schade finde, dass ich so lange nicht gebloggt habe. Fast – denn eigentlich habe ich es ziemlich genossen, mich eine Zeit lang mal vorrangig der Offline-Welt zu widmen. Jetzt habe ich das dringende Bedürfnis, darüber zu schreiben, deswegen gibt es heute einige Worte zum Thema Offline-Sein, zum Thema Instagram und Social Media und zum Thema Real Life.

Ich habe in letzter Zeit oft den Fehler gemacht, auf Instagram groß das Ende einer Pause anzukündigen, wenn ich mal ein paar Tage oder Wochen lang nichts gepostet habe. Fehler sage ich deshalb, weil ich mir dadurch selbst extrem Druck gemacht habe. Regelmäßig schlichen sich Gedanken ein wie „Du hast gesagt, die Pause ist zu Ende, also MUSST du jetzt auch posten“ oder „Du darfst deine Pause jetzt nicht ohne ein Wort verlängern“.
Irgendwann habe ich dann gemerkt, dass diese Art von Druck extrem ungesund ist. Noch dazu habe ich die Erfahrung gemacht, dass mich im echten Leben so viel mehr erwartet – dass um mich herum so wahnsinnig viel passiert und ich unbedingt ein Teil davon sein möchte.

Vielleicht haben einige von euch bemerkt, dass es erst still um mich wurde, als ich nach Berlin gegangen bin. Für mich fühlte es sich am Anfang an, als würde ich für sechs Monate ein neues Leben beginnen. Meine ganze Zeit und Energie ging am Anfang dafür drauf, mich hier einzuleben, mich an die Arbeit zu gewöhnen und neue Leute kennenzulernen. Jetzt, nach vier Monaten, kann ich sagen, das alles hat ganz hervorragend geklappt.
Ich hab mich zu Beginn ein bisschen am Blog festgeklammert, weil er eins der wenigen Dinge war, die ich quasi „von zuhause mitgenommen“ hatte. Nach der Arbeit verbrachte ich den Abend damit, auf Instagram zu stöbern und dort aktiv zu sein. Ich hatte (und habe vielleicht immer noch) mit dem Blog große Ziele. Der Blog wird bald ein Jahr alt und trotzdem habe ich das Gefühl, bisher zu wenig damit erreicht, zu wenige Beiträge veröffentlicht zu haben.

Irgendwann kam der Punkt, an dem ich mich fragte, ob ich mich wohl damit fühle, ständig online zu sein. Ob es mir Spaß macht, den Followern hinterher zu trauern, die mir flöten gehen. Ob ich das Leben um mich herum noch genießen kann, wenn ich alle paar Minuten Instagram checke. Und ob es mir guttut, wenn ich mir Vorwürfe mache, weil mir gerade kein neues Thema für den Blog einfällt. Die Antwort auf all diese Fragen war ein ziemlich eindeutiges Nein.

Das Bloggen ist nicht mein Beruf. Vielleicht wünsche ich mir, dass das eines Tages mal so sein wird. Aber hier und jetzt bin ich keine Vollzeitbloggerin. Ich mache das nebenbei, weil es mir Spaß macht. Und sollte das nicht so bleiben – dass es mir Spaß macht?
Ich weiß, dass es viele Menschen gibt, die mit dem Bloggen ihr Geld verdienen. Diese Menschen können vielleicht nicht einfach guten Gewissens mal zwei Monate „blau machen“, so wie ich es getan habe. Ich respektiere und bewundere es sehr, dass es so fleißige Blogger gibt, die täglich ihr Hobby zum Beruf machen. Wie gesagt – das ist auch ein kleiner Wunsch von mir, aber eben erst dann, wenn ich Zeit dafür habe und wenn die Umstände es erlauben.

Deswegen habe ich absolut kein schlechtes Gewissen, dass ich so lange kaum etwas habe von mir hören lassen. Ich hab das Gefühl, das hat mir wahnsinnig gut getan. Ich habe reichlich Follower verloren und ich glaube nicht, dass meine Beiträge auf Instagram zurzeit viele Menschen erreichen, aber ich kann da gerade ganz gut drüber hinwegsehen. Ich weiß nämlich, dass ich genau das Richtige getan habe: Die Zeit, die ich offline verbracht habe, kann mir jetzt keiner mehr nehmen. Hätte ich die ganze Zeit nur von meinem Laptop und meinem Handy gesessen, hätte ich von den ganzen wundervollen Dingen, die um mich herum passiert sind, vermutlich kaum etwas mitbekommen.

Und was soll ich sagen – ich glaube, ich habe die Zeit hier in Berlin bisher besser genutzt, als ich es je zu träumen gewagt hätte. Ich bin so dankbar für die Momente, in denen ich das Handy beiseite gelegt und einfach nur das Hier und Jetzt genossen habe. Denn wie gesagt – das sind am Ende die Erinnerungen, die bleiben.
Ich habe mich Hals über Kopf in diese verrückte, charmante, riesengroße und einzigartige Stadt verliebt. Berlin ist so schnell so etwas wie ein zweites Zuhause geworden. Auch wenn ich wahrscheinlich erst einen Bruchteil davon gesehen habe, fühle ich mich hier einfach wahnsinnig wohl. Ich habe wunderbare Menschen und wahnsinnig tolle neue Freunde gefunden – schon der bloße Gedanken an den Abschied bereitet mir Herzschmerz. Ich habe viele neue Erfahrungen gesammelt, neue Orte gesehen, wenig Zeit zuhause und viel Zeit unterwegs verbracht, nächtliche Spaziergänge unternommen, manchmal ein bisschen zu viel getrunken und zu ungesund gegessen, wenig Zeit alleine und viel Zeit mit anderen verbracht, das Leben lieben gelernt, keinen Gedanken an morgen verschwendet, die Stadt genossen und die Menschen genossen und war die meiste Zeit einfach nur glücklich.

Aber jetzt sitze ich hier und schreibe diese Worte und auch das macht mich glücklich. Mir hat etwas gefehlt. Ich muss wieder mehr bloggen – nein, ich MÖCHTE wieder mehr bloggen. Ich hab das alles hier nicht umsonst gemacht. Ich freu mich schon darauf, endlich wieder mehr zu schreiben und mehr von mir hören zu lassen.
Trotzdem werde ich jetzt nicht sagen, wann es das nächste Mal so weit sein wird. Vielleicht morgen, vielleicht auch erst in ein paar Wochen. So viel habe ich gelernt. Die Offline-Welt ist einfach zu schön.

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Macht es gut, ihr Lieben, und bis zum nächsten Mal. ❤

PS: Das habe ich noch gar nicht gesagt – Danke an all die lieben Menschen, die geblieben sind. Die nicht gegangen sind, weil es mal still war. Ihr seid wunderbar!

 

 

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