Über die magischsten 6 Monate meines Lebens…

Ihr Lieben,

ich würde euch gern von meiner Zeit in Berlin erzählen. Ich muss und möchte mir das von der Seele schreiben, bevor die Erinnerung mit der Zeit langsam verblasst. Ich hoffe, es interessiert euch – wenn ja, folgen hier einige sehr persönliche Worte über die magischsten 6 Monate meines Lebens.

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Ende September 2017 bin ich nach Berlin gezogen, mit meinen wichtigsten Habseligkeiten im Gepäck, und wusste nicht, was mich erwartet. Ob mich diese Stadt mit offenen Armen empfängt oder doch eher abstößt. Wie das Praktikum wird, ob ich Freunde finde, ob ich Heimweh haben werde,… All das war ungewiss. Plötzlich war ich 6 Monate lang weg von meinen Lieblingsmenschen und meinem „ganz normalen Leben“. Jetzt, im April 2018, sitze ich in meinem „ganz normalen Leben“ an meinem eigenen Schreibtisch vor meinem Laptop und blicke mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf meine Zeit in Berlin zurück . Lachend, weil ich unglaublich dankbar und glücklich bin über diese Chance und alle Erfahrungen, die ich gesammelt habe. Weinend, weil ich am liebsten den nächsten Flieger oder den nächsten Zug zurück nehmen würde. Weil es mir noch ziemlich schwer fällt, mich wieder in meinem alten Umfeld einzufinden. Weil ich jetzt noch nicht genau absehen kann, was die Zukunft bringt.

Ich zog in Berlin in eine fabelhafte WG, in der ich mich nicht wohler hätte fühlen können. Es dauerte nicht lange, da fühlte es sich wie Zuhause an. Mein neues Zimmer, mein neues Bett, mein Blick aus dem Fenster wurden schnell zu einem Ort, der mir Geborgenheit gab. Und auch jetzt habe ich ich immer noch ein Zuhause in Berlin. Ein Zuhause, das mir immer zur Verfügung steht, sollte ich vor lauter Fernweh ein paar Tage dort verbringen wollen.

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Ich begann mein Praktikum und lernte gleich am ersten Tag einen Haufen verrückter, lustiger, offener und wahnsinnig zauberhafter Menschen kennen, die mir von da an jeden einzelnen Tag versüßen sollten.

Ich lernte die Stadt besser kennen und erkundete in jeder freien Minute ein weiteres Stück von ihr. Ich erlebte goldene Herbsttage mit Eis am Stiel, Karaoke im Mauerpark und Bier vom Späti. Ich ging morgens aus dem Haus und wurde prompt von dieser riesigen, tollen Stadt verschluckt. Manchmal bog ich um die Ecke und sah die Spitze des Fernsehturms im Sonnenlicht schimmern. Es gab frühen Kaffee, späte Döner, warme Sonnenstrahlen, kalte Schneeflocken, Lachtränen und Freudentränen. Ich wusste noch nicht genau, was dieser Ort mal für mich sein würde, aber eins war klar: Ich war glücklich.

Und dann ging alles so schnell und ich lernte die Stadt lieben. Teilweise kehrte Routine ein, teilweise war kein Tag wie der andere. Die übliche Strecke morgens im Bus zur Arbeit, die Arbeit selbst, der Heimweg – all das wurde schnell vertraut. Und dann waren da noch die vielen kleinen Überraschungen, die mich jeden Tag aufs Neue erwarteten. Es gab so wahnsinnig viel zu entdecken und trotzdem habe ich das Gefühl, längst noch nicht alles von der Stadt kennen, in die ich mich so verliebt habe.

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Im teils noch warmen Herbst fuhr ich viel Fahrrad, verbrachte meine Mittagspause am Ufer des Kanals und ließ dort die Beine (und die Seele) baumeln. Ich machte lange Spaziergänge, gefühlt durch ganz Berlin, lernte viele neue Leute kennen und sah das Brandenburger Tor in der goldenen Abendsonne leuchten.
Im Winter wurde es kalt, sehr kalt. Auf der Arbeit tranken wir literweise Tee. Und wir machten einige Weihnachtsmärkte unsicher. Überall in Berlin waren ganz viele glitzernde Lichter, die wir bewundern durften. Abends wurde stundenlang zusammen gekocht und gebacken, gelacht und viel geredet. Sonntags ging es dick eingepackt in den Mauerpark, dort gab es Glühwein und wunderschön illustrierte Postkarten. Der Winter in Berlin war ein ganz besonderer.
Und dann kam der Frühling. Und damit viel Sonnenschein – der Wettergott hat es da wochenlang wirklich gut mit uns gemeint. Wir konnten wieder auf dem Balkon sitzen und länger die Abendsonne genießen. Es gab das erste Eis, das erste Vogelgezwitscher, Burger, Moscow Mule und nächtliche Spaziergänge.

Mit all diesen Erfahrungen und Erlebnissen kam schlagartig die Einsicht, dass ich mir gar nicht vorstellen kann, wieder zurückzuziehen. Und mit fortschreitender Zeit wurde der Herzschmerz immer größer. „Zuhause“ rückte immer näher – und dann begriff ich, dass ich längst nicht mehr nur an einem Ort zuhause war.
Wie ihr euch sicherlich vorstellen könnt, war der Abschied auch entsprechend schwer. Aber wie sagt man so schön – alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. 😉

Alles in allem war Berlin einfach nur perfekt. Ich war einfach unglaublich glücklich dort und habe mich selten so frei gefühlt. Freiheit – das wäre wohl der Begriff, den ich wählen würde, wenn ich meine Zeit in Berlin in einem Wort beschreiben müsste. Der Aufenthalt hat mich vor allem gelehrt, dankbar zu sein für all die Möglichkeiten, die wir heute haben. Im Prinzip steht uns fast die ganze Welt offen und das sollten wir wirklich zu schätzen wissen.
Außerdem bin ich dankbar für die fantastischen Menschen, die sich in mein Leben und in mein Herz geschlichen haben. Hoffentlich bleibt ihr da auch – ohne euch wäre Berlin nicht mal halb so schön gewesen. Ihr seid mittlerweile echt alles für mich  ❤

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Mit diesen Worten komme ich jetzt mal zum Ende dieses doch sehr emotionalen Beitrags. Für ein verlängertes Wochenende wird mich Berlin jedenfalls bald wieder haben. Und irgendwann vielleicht auch mal für länger, wer weiß…

Was ist eure Herzensstadt? Ich freue mich, wenn wir uns ein bisschen austauschen können ❤


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